Schulze Wenning. Steuerberater.
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Arbeitnehmerschutz: Fürsorgepflicht des Arbeitgebers bei Asbestgefahr

Wenn ein Arbeitgeber Mitarbeiter mit Bauarbeiten beauftragt, obwohl er weiß, dass sie Gefahr laufen, Schädigungen durch Asbest zu erleiden, handelt er vorsätzlich und muss den Mitarbeitern im Falle gesundheitlicher Schäden Schadensersatz leisten. Dies geht aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts hervor. In dem konkreten Fall hatte ein Mitarbeiter einer Stadt einen ihm unterstellten Mitarbeiter angewiesen, Sanierungsarbeiten in einem Asylbewerberheim durchzuführen, obwohl ihm bekannt war, dass das Heim zuvor wegen der möglichen Freisetzung von Asbest geschlossen worden war. Als der nachgeordnete Mitarbeiter erfuhr, dass entsprechende Arbeiten nur von spezialisierten Unternehmen und mit Schutzkleidung ausgeführt werden dürfen und seinen Vorgesetzten darauf ansprach, erklärte dieser, das Vorhandensein asbesthaltigen Materials sei allgemein bekannt und drängte auf eine Fortsetzung der Arbeiten. Der nachgeordnete Mitarbeiter kam dem nach und erlitt dadurch gesundheitliche Schädigungen. Später verklagte er die Stadt. Sie möge dem Grunde nach alle materiellen und immateriellen Schäden anerkennen, die ihm aufgrund der mehrere Monate andauernden Sanierungsarbeiten in dem Asylbewerberheim entstanden sind oder noch entstehen werden. Im Ergebnis bekam der Mitarbeiter Recht: Es sei nicht zu beanstanden, dass das Berufungsgericht angenommen habe, dem Vorgesetzten sei der Vorwurf vorsätzlichen Verhaltens zu machen, weil er es billigend in Kauf genommen habe, dass der Mitarbeiter infolge der angewiesenen Sanierungsarbeiten eine durch Asbest bewirkte Gesundheitsschädigung erlitt. Dieses Verhalten müsse sich die beklagte Stadt zurechnen lassen. Die Klage sei also begründet.