Schulze Wenning. Steuerberater.
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Berechnung des pfändungsfreien Arbeitsentgelts

Grundsätzlich ist es möglich, dass Lohn- und Gehaltsansprüche eines Arbeitnehmers von dessen Gläubigern beim Arbeitgeber gepfändet werden. Dabei sind allerdings bestimmte Beträge, die der Arbeitnehmer z. B. zum Leben braucht oder für Unterhalt aufwendet, von der Pfändung ausgeschlossen. Um derartige Fragen ging es in einem Fall, über den das Bundesarbeitsgericht zu entscheiden hatte. Geklagt hatte ein Arbeitnehmer gegen seinen früheren Arbeitgeber, ein inzwischen insolventes Unternehmen. Dieses hatte an einen Gläubiger des Arbeitnehmers aufgrund eines von diesem vorgelegten Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses Entgeltbestandteile des Arbeitnehmers gezahlt. Nach Ansicht des Klägers überstiegen die überwiesenen Beträge das zulässige Maß, weil Unterhaltsverpflichtungen des Arbeitnehmers gegenüber seiner inzwischen von ihm geschiedenen Ehefrau nicht berücksichtigt worden seien. Die entsprechenden Beträge verlangte er von seinem früheren Arbeitgeber erstattet. Das Gericht stellte zunächst klar, dass pfändungsfreies Arbeitsentgelt nicht zur Insolvenzmasse gehört und deshalb nicht der Verwaltung durch den Insolvenzverwalter unterliegt. Der betroffene Arbeitnehmer sei deshalb trotz Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Arbeitgebers berechtigt, entsprechende Beträge mit einer Klage geltend zu machen. Bei der Berechnung des pfändungsfreien Arbeitsentgelts sei der Ehegatte dann zu berücksichtigen, wenn der Arbeitnehmer ihm tatsächlich Unterhalt leistet. Bei Ehegatten, die in häuslicher Gemeinschaft leben, sei davon auszugehen. Bei getrennt lebenden Ehegatten müsse der Arbeitnehmer nachweisen, dass er tatsächlich Unterhalt leistet oder geleistet hat. Die Vermutung einer wechselseitigen Erbringung von Unterhaltsleistungen greife insoweit nicht. Solange der Arbeitnehmer mit seiner früheren Ehefrau in häuslicher Gemeinschaft gelebt hat, sei diese demnach als unterhaltsberechtigte Person zu berücksichtigen gewesen. Nach der Auflösung der häuslichen Gemeinschaft sei sie nur dann zu berücksichtigen, wenn der Kläger ihr tatsächlich Unterhalt geleistet habe, was von diesem nachzuweisen sei. Da entsprechende Feststellungen in den unteren Instanzen nicht getroffen worden waren, verwies das Bundesarbeitsgericht den Fall zur weiteren Sachverhaltsaufklärung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurück.