Schulze Wenning. Steuerberater.
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Keine Entschädigung bei rechtsmissbräuchlicher Geltendmachung einer Altersdiskriminierung

Einem abgelehnten Stellenbewerber, der behauptet, aus Altersgründen diskriminiert worden zu sein, steht keine Entschädigung zu, wenn davon auszugehen ist, dass er nicht ernsthaft an der Stelle interessiert war, sondern es ihm lediglich darum ging, finanziellen Nutzen aus einer möglicherweise verfehlten Stellenanzeige des Arbeitgebers zu ziehen. Dies hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg entschieden. Ein promovierter Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei hatte sich auf eine Stellenanzeige beworben, mit der ein Rechtsanwalt (m/w) „als Berufsanfänger oder Kollege mit 1 - 3 Jahren Berufserfahrung“ gesucht wurde. Nachdem seine Bewerbung abgelehnt worden war, verlangte er 60.000 € Schadensersatz wegen Altersdiskriminierung. Zu Unrecht, wie das Gericht entschied. Dem Kläger sei es nur darum gegangen, eine Entschädigung zu erwirken. An der Stelle selbst sei er gar nicht interessiert gewesen. Der Kläger habe sich zuvor nämlich bei einer Vielzahl von Stellen für Berufseinsteiger beworben und im Fall der Ablehnung jeweils eine Entschädigung in der genannten Höhe verlangt. Die Voraussetzungen für die ausgeschriebene Stelle habe er nicht erfüllt. Außerdem seien seine Bewerbungsunterlagen kaum aussagekräftig gewesen. Aus der Gesamtwürdigung all dieser Umstände ergebe sich, dass der Kläger an der ausgeschriebenen Stelle nicht ernsthaft interessiert gewesen sei. Sein Verlangen nach Entschädigung sei deshalb rechtsmissbräuchlich und abzuweisen.