Schulze Wenning. Steuerberater.
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Atypischer Grundstücksmakler mit Vermittlungsleistung umsatzsteuerpflichtig

Ein atypischer Grundstücksmakler unterliegt mit der von ihm gegenüber dem Grundstückseigentümer erbrachten Vermittlungsleistung der Umsatzsteuer. Da das Entgelt für die Vermittlung nicht der Grunderwerbsteuer unterliegt, ist es, anders als der Grundstückskaufpreis, nicht von der Umsatzsteuer befreit.

Von einem atypischen Makler spricht man, wenn der Grundstückseigentümer den Makler beauftragt, das Grundstück zu einem Mindestverkaufspreis zu veräußern, der Makler den über den Mindestverkaufspreis hinaus gehenden Verkaufserlös als Vertriebsentgelt behalten darf und der Grundstückseigentümer verpflichtet ist, das Grundstück an die vom Makler benannte Person zu veräußern. Der Makler verkauft das Grundstück im fremden Namen, aber auf eigene Rechnung. Zu beachten ist, dass in diesem Fall auf den Grundstückskaufpreis zweimal Grunderwerbsteuer erhoben wird.

Beispiel:

Grundstückseigentümer G beauftragt Makler M, das Grundstück zu einem Mindestverkaufspreis von 300.000 ? zu veräußern und verpflichtet sich, das Grundstück an eine von M benannte Person zu veräußern. Den über 300.000 ? hinaus gehenden Betrag darf M behalten. G veräußert das Grundstück an den von M benannten Erwerber E für 330.000 ?.

Lösung:

M muss das Vertriebsentgelt (30.000 ? abzüglich der darin enthaltenen Umsatzsteuer von 19 % = 25.210,08 ?) der Umsatzsteuer unterwerfen. Zusätzlich fällt zweimal Grunderwerbsteuer auf den Betrag von 300.000 ? an: einmal auf Grund der von G dem M eingeräumten Verwertungsbefugnis, das andere Mal auf Grund des zwischen G und E geschlossenen Grundstückskaufvertrags.

(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)