Schulze Wenning. Steuerberater.
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Ausbaufähiges Dachgeschoss bei Bewertung im Sachwertverfahren zu berücksichtigen

Erbt ein Steuerpflichtiger ein Ein- oder Zweifamilienhaus oder wird es ihm geschenkt, ist dieses für Zwecke der Erbschaft- oder Schenkungsteuer im sog. Sachwertverfahren zu bewerten, wenn kein Vergleichswert vorliegt. Im Sachwertverfahren ist die Brutto-Grundfläche (nicht Wohnfläche) mit den jeweiligen Regelherstellungskosten zu multiplizieren. Zusätzlich ist der Bodenwert zu berücksichtigen.

Zur Brutto-Grundfläche gehört auch die Grundfläche eines Dachgeschosses, wenn dieses über eine normale Treppe zugänglich und begehbar ist sowie aufrechtstehend betreten und begangen werden kann. Dass es sich bei dem Dachboden um eine Dachbalkenkonstruktion handelt, auf der nur Spanplatten verlegt sind, ändert nichts an der Begehbarkeit des Raums. Das Dachgeschoss wird bei Ermittlung der Brutto-Grundfläche nur dann nicht berücksichtigt, wenn es sich um einen Spitzboden oder eine nicht nutzbare Fläche handelt.

Da gegen das Urteil des Finanzgerichts Münster Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt wurde, bleibt dessen Entscheidung abzuwarten.

(Quelle: Urteil des Finanzgerichts Münster)