Schulze Wenning. Steuerberater.
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Anordnung des Teilwerts als eigenständiger Besteuerungstatbestand in den Jahren 1999 und 2000

Die in den Jahren 1999 und 2000 geltende Fassung des § 6 Abs. 5 Satz 3 EStG ist nicht nur Bewertungsnorm, sondern auch eigenständiger Besteuerungstatbestand. Sie ordnete die Bewertung von übertragenen Wirtschaftsgütern in folgenden Fällen mit dem Teilwert an:

  • bei Übertragung eines Wirtschaftsguts aus einem Betriebsvermögen des Mitunternehmers in das Gesamthandsvermögen einer Mitunternehmerschaft und umgekehrt,

  • bei der Übertragung eines Wirtschaftsguts aus dem Gesamthandsvermögen einer Mitunternehmerschaft in das Sonderbetriebsvermögen bei derselben Mitunternehmerschaft und umgekehrt,

  • bei der Übertragung zwischen den jeweiligen Sonderbetriebsvermögen verschiedener Mitunternehmer derselben Mitunternehmerschaft.

    Teilwert ist der Betrag, den ein Erwerber des ganzen Betriebs im Rahmen des Gesamtkaufpreises für das einzelne Wirtschaftsgut ansetzen würde. Dieser Ansatz führt in der Regel zur Aufdeckung und Besteuerung der stillen Reserven der übertragenen Wirtschaftsgüter. Vom Gesetz her ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass der Teilwert unter dem Buchwert liegen kann. In diesem Fall führt die Übertragung zu Verlusten.

    Hinweis: Die Regelungen ab 2001 ermöglichen es grundsätzlich, den Teilwertansatz und damit eine Gewinnrealisierung zu vermeiden. Dazu muss die Übertragung unentgeltlich oder gegen Gewährung oder Minderung von Gesellschaftsrechten erfolgen.

(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)