Schulze Wenning. Steuerberater.
Weseler Straße 111-113 · 48151 Münster
Telefon: 0251 97 22 70
email@schulze-wenning.de
Schulze Wenning. Steuerberater.
Zurück

Auf Herstellerangaben bei Wandfarben kann sich ein Mieter grundsätzlich verlassen

Mieter können sich auf die Richtigkeit der Produktangaben eines Farbenherstellers und die Beratung eines Verkäufers in einem Baumarkt verlassen. Diese Entscheidung hat das Amtsgericht München getroffen.

Ein Mieter-Ehepaar hatte bei Einzug in ein gemietetes Haus alle Innenwände mit einer Wohnraumfarbe gestrichen. Die Farbe war ihnen nach Beratung durch einen Verkäufer eines Baumarkts empfohlen worden. Bei Auszug und Übergabe des Hauses behauptete der Vermieter nach Beratung mit einem Architekten, dass die Farbe nicht atmungsaktiv und für Wohnräume ungeeignet sei. Ferner fördere sie die Schimmelbildung. Er forderte die Entfernung der Farbe und einen neuen Anstrich. Dieser Aufforderung kamen die Mieter nicht nach. Sie überstrichen lediglich einige Wände mit weißer Farbe. Vor der Weitervermietung des Hauses ließ der Vermieter keine Malerarbeiten mehr vornehmen, verlangte aber von den vorherigen Mietern Schadensersatz. Die Mieter verweigerten die Zahlung.

Nach Auffassung des Gerichts zu Recht. Es bestünden erhebliche Zweifel, ob die Mieter eine Nebenpflicht aus dem Mietvertrag verletzt haben. Dies wäre nur der Fall, wenn die verwendete Farbe die Mietsache verschlechtert hätte. Die Behauptung des Vermieters, dass eine Schädigung zu befürchten sei, sei nach Meinung des Richters aus der Luft gegriffen, da es während des gesamten Zeitraums der Nutzung zu keinerlei Schimmelbelastung gekommen sei. Auch habe der Vermieter vor der Weitervermietung keine Malerarbeiten in Auftrag gegeben und damit selbst zum Ausdruck gebracht, dass er keinen Handlungsbedarf sehe. Ebenfalls haben die Mieter keine ihnen obliegende Pflicht verletzt. Ein Mieter dürfe sich bei der Verwendung von Farben grundsätzlich auf die Produktinformationen des Herstellers und die Aussagen von Fachpersonal verlassen.